Klaus nicht zu Haus


Kaste, Krebs und Künstler
März 3, 2008, 4:36 Uhr nachmittags
Gespeichert unter: Indien, Reisen

Das Indien ein Kastenwesen hat, ist allgemein bekannt. Brahmanen (Priester), Kshatryias (Krieger), Vaishyas (Kaufleute) und Shudras (Handwerker, Bedienstete) bilden die schon in den mythologischen Schriften beschriebenen Kasten. Weniger bekannt ist, das sich die vier Kasten in hundert, wenn nicht tausende Jatis gliedern. Dabei sind die Jatis als soziale Gruppierungen wie Großfamilien oder Clans zu verstehen. Bei einer Volkszählung im Jahre 1881 zählten die Briten in Indien an die 2000 Jatis.

Einer anderen Form des Kastenwesens begegne ich, als ich mich auf der Homepage der indischen Bahn nach einer Zugverbindung erkundige. Ich stoße auf eine Liste von 65 verschiedenen Ermäßigungsgründen: vom Artist Lower Class, Artist Higher Class, über verschiedene Krankheitsstadien wie Cancer Patient, Kidney Patient, Heart Patient, Deaf and Dump, bis zur War Widow und dem Unemployed Youth for Interwiew zieht sich die Liste der möglichen Ermäßigungen. Oder der Zulassungen? Es handelt sich nämlich um eine Fare Concession, nicht eine Fare Reduction.

Aber es ist natürlich eine gute Sache, möglichst vielen Bedürftigen einen Preisnachlass bei der Zugfahrt zu gewähren. Trotzdem bin ich froh, mich nicht als TB- oder Lepra-Patient vor einem indischen Bahnbeamten outen zu müssen, als ich meine Zugfahrkarte von Delhi nach Rishikesh kaufe.