Klaus nicht zu Haus


Happy Holi
März 22, 2008, 11:19
Gespeichert unter: Holi, Indien, Reisen

Vor ein paar Tagen in einer Strasse in Haridwar: dicht neben mir schlaegt eine mit Wasser gefuellte Plastiktuete auf.  Ich schaue nach oben und die naechste Tuete trifft mich an der Schulter. Halb durchnaesst faellt mir ein, was sich mit dieser Bombadierung ankuendigt: das Holi-Fest, welches dieses Jahr am 22. Maerzs stattfindet. Es gibt viele Deutungen fuer die Urspruenge des Festes, eine davon ist, dass der beginnende Fruehling gefeiert wird. Nach dieser Erfahrung werde ich wachsam, wenn die Strasse vor mir nasse Flecken aufweist. Meist entdecke ich dann Kinder, die auf ihr naechstes Opfer lauern.

Am naechsten Tag kommt mir auf der einsamen Wanderung vom Rajraj-Nationalpark zurueck nach Haridwar ein Mann entgegen, der einen schweren Karren vor sich herschiebt, beladen mit grossen Tueten grell bunter Farbpigmente, Wasserpistolen, grossen Spritzen, Schminke und weiteren Utensilien, die fuer Holi benoetigt werden. Wenn man an Holi unter Beschuss geraet, kann man damit rechnen, noch Tage danach mit bunter Haut herumzulaufen, die Flecken aus der Kleidung sind nicht mehr rauszukriegen.

Am naechsten Tag fahre ich mit dem Bus weiter nach Nainital. Die Fahrt dauert 10 Stunden, also starte ich mit einem Bus am fruehen Morgen. Es ist noch kalt und alle Fenster sind geschlossen – zum Glueck: nach einer Stunde Fahrt, ich bin tief in den Anblick der vorbeiziehenden Zuckerrohr- und Reisfelder der Gangesebene versunken, donnert eine Farbbombe an mein Fenster. Die Landschaft verfaerbt sich zu einem knalligen violett. In den naechsten Stunden trefen uns noch einige Geschosse, und als es heisser wird, fordert uns der Busfahrer auf, heute doch die Fenster besser geschlossen zu halten. Inzwischen laufen in den vorbeiziehenden Doerfern auch immer mehr Kinder und Erwachsene mit violett eingefaerbten Koepfen und Kleidern herum. Ich lasse mein Fenster gerne zu.

Heute breche ich von Nainital noch bei Dunkelheit auf, um den Blick auf die Himalayakette von einem 600 m hoeher gelegenen Berggipfel bei Sonnenaufgang zu geniessen. Am Vormitag durchdringt dann die mich umgebende Stille ein immer lauter werdendes Brodeln aus dem Ort unter mir.  Und jetzt faellt es mir wieder ein: durch den fruehen Aufbruch bin ich – bewusst oder unbewusst – den heute ueberall fliegenden Farbbeuteln entfohen. Am Nachmittag steige ich ab und finde im Ort nur noch but eingefaerbte Strassen, Hauswaende und Menschen vor. Einen Anschlag habe ich nicht mehr zu befuerchen. Das ist auch gut so: die „Times of India“ veroeffentlicht heute eine 10-Punkte Liste ueber Notfallmassnahmen, falls man die Farbe in die Augen bekommen hat.


1 Kommentar bis jetzt
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Ach Klaus , was bin ich neidisch auf dich.
Seit ich in einem Buch vom Andreas Altmann was über das Holi -Fest gelesen habe ,will ich da mal dabei sein. Das muss irre ,kindisch ,naß sein und super lustig.
ENYOJ YOUR LIVE AND HAVE FUN,FUN,FUN !!!!

Kommentar von andrea azadingdong




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