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Unsere Google-Earth Reisende Nina berichtet von Demonstrationen wegen steigender Lebensmittelpreise. Davon ist hier in Dharamsala nichts zu spueren. Die Stimmung in der Stadt wird beherrscht durch die aktuellen Ereignisse in Tibet.
Taeglich aktualisierte Wandzeitungen und Presseschauen informieren am Eingang der Residenz des Dalai Lama. Uberall aufgehaengte, riesige Fotowaende zeigen waehrend der Unruhen getoetete Menschen. Nackte blutige Koerper, vergroesserte Wunden, Einschussloecher und ausgetretene Daerme.
Gegenuber des Eingangs ist ein grosses luftiges Zelt aufgestellt. Darin nehmen buddhistische Moenche seit ueber 20 Tagen an einem Hungerstreik teil, um gegen die Zustaende in Tibet zu protestieren. Wenn die Sonne untergegangen ist, beleuchtet eine schwache Gluebirne die ernsten, schweigenden Gesichter der sicher mehr als 50 Teilnehmer.
Vor drei Tagen wurde der 19. Geburtstag des Panchen Lama “gefeiert”. Einige moegen sich erinnern: Der Panchen Lama ist nach dem Dalai Lama wichtigster spiritueller Fuehrer in der tibetischen Kultur. Er wurde als sechsjaehriges Kind von China entfuehrt und ist seit her verschwunden. Ein langer Lichterzug fordert seine sofortige Freilassung. Die monotone, mantragleich gesungene Parole schwingt wellengleich vom Beginn des Zuges bis ans Ende und zurueck. Stille kehrt erst ein, nachdem die Teilnehmer im Tempel des Dalai Lama angekommen sind, ein Butterlaempchen angezuendet und auf einen grosen Tisch gestellt, und sich auf den Boden gesetzt haben. Die flackernden Lichter beleuchten eine grosse Fotografie des jungen Panchen Lama und wieder einer der grausigen Fotoplakate der getoetene Moenche.
Trotzalledem ist die Stimmung in Dharamsala nicht agressiv. Das buddhistische Ideal, keinem Lebewesen etwas zu Leide zu tun, wird hier nicht nur in den Stellungnahmen des Dalai Lama hochgehalten.
Lieber Leser, hier sind wir fast am Ende des Blog angelangt. Am Donnerstag geht es zurueck nach Muenchen. Aber bleibt dran, zwei weitere Beitraege wird es noch geben.
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