Klaus nicht zu Haus


Schmöker
Mai 6, 2008, 5:24 Uhr nachmittags
Gespeichert unter: Indien, Literatur, Reisen

Zum Abschluss des Indien-Blogs möchte ich noch ein paar Bücher empfehlen, die mir während der Reise geholfen haben, das oft nur kurz oder nicht Gesehene, das manchmal nicht Verstandene, das fremde Indien ein Stück näher zu bringen.

Gebrauchsanweisung für Indien von Ilija Trojanow. Vergnügliche Reise durch die indische Begriffswelt, von Guru über Mantra zu Masala und vieles mehr. Wer einen Reiseführer für “Anfänger” erwartet, liegt aber falsch. Vielmehr räumt der Autor auf mit dem durch westliche Klischees mystifizierten Indien. Er gibt uns einen facettenreichen Einblick in die indische Relaität, und das immer mit einem lachenden Auge.

Indien: Land des Aufruhrs von V. S. Naipaul, 665 Seiten: Auf drei Reisen zwischen 1962 und 1990 erstellt der Literaturnobelpreisträger in Gesprächen mit Personen aus vielen sozialen, kulturellen und religiösen Schichten ein akribisches Panorama des modernen Indien. Absolut lesenswert!

Das Gleichgewicht der Welt von Rohinton Mistry, 862 Seiten. Tragische Geschichte vierer indischer Lebenswege während des Ausnahmezustandes unter Indira Ghandi im Jahre 1975. Ein Schmöker, den man, eingeschneit im Himalaya, bei vielen, guten Tassen Chai, ohne Unterbrechung lesen möchte und bei dem am Schluss keine Auge trocken bleiben wird.

Sieben Jahre in Tibet von Heinrich Harrer, 447 Seiten. Während der wahrscheinlich bekanntere Film (den ich nicht gesehen habe) mit Brat Pitt sich schwerpunktmaessig mit der Freundschaft zwischen Harrer und dem Dalai Lama befasst, gibt das Buch eine interessant Beschreibung des alten Tibet, bevor es von China okkupiert wurde. Die Flucht nach Tibet führt Harrer ausserdem sowohl nach Dharali, als auch ins Sutley- und Spitti-Valley. Ein wunderbarer und spannender Begleiter während der Reise nach “Little Tibet”.

Außerdem gibt es eine Reihe von kleinen, leichten Reclam-Büchlein zu Hinduismus und Buddhismus, von denen ich die Folgenden besonders empfehlen möchte:

Der Hinduismus: Eine kurze Einführung von Kim Knott. Thematisch gut aufbereitete und verständliche Darstellung des mehr als komplexen Themas.

Upanishaden von Paul Thieme. Sammlung von um die 2500 Jahre alten philosophischen Schriften des Hinduismus, Bestandteil der Veden. Wenn man diese Texte gelesen hat, bekommt man ein Gefühl dafür, was sich vielleicht auch heute noch hinter der Fassade der ausgeprägten hindistischen Rituale an Gedankengut verbirgt.

Die vier edlen Wahrheiten: Texte des ursprünglichen Buddhismus von Klaus Mylius. Auch hier, ähnlich wie bei den Upanishaden, ein wirklich spannender Einblick in die urspr. Thesen Buddhas, die sich heute hinter Vergöttlichung und Gebetsmühlen verstecken.